Endlich! Die Zeit der Terrassenweine ist gekommen! Die ersten Sonnenstrahlen locken uns nach draußen – gemütliche Grillnachmittage und laue Nächte werden auf Balkonien, im Garten oder eben auf der Terrasse genossen. Dazu schmecken leichte, frische und spritzige Weine besonders gut. Das haben auch die Österreichischen Winzer erkannt und schmeißen Sommerweine mit auffallenden Etiketten und klingenden Namen auf den Markt. Wir sind ein dankbares Opfer für diesen Marketing-Gag und prüfen, was hinter den Weinen mit fancy Etiketten und coolen Bezeichnungen steckt. Im Rahmen unseres aktuellen Wein-Specials testen wir 3 schicke Grüne Veltliner auf ihre Terrassen-Tauglichkeit…
Archiv der Kategorie: Weine
Weinviertel DAC 2012 | 5x Gut und Günstig
Österreichs größtes Weingebiet – das Weinviertel – kämpfte lange mit dem Vorurteil, dass hier mehr Wert auf Quantität als auf Qualität gelegt wird. Dieses negative Image führte schließlich vor genau 10 Jahren zur Einführung des Weinviertel DAC Konzepts. Ein Glücksfall! Das beweist nicht zuletzt der sehr gelungene Jahrgang 2012, der im März 2013 präsentiert wurde und einmal mehr ein breite Palette an spannenden Grünen Veltlinern hervorbrachte, die allesamt mit einem frisch-fruchtigen und pfeffrigen Geschmacksprofil ausgestattet sind. Das Weinviertel steht also schon lange nicht mehr für billigen Wein. Noch besser: die Grünen Veltliner mit dem typischen Pfefferl sind zwar noch immer sehr kostengünstig (die Flasche GV DAC Classic kostet zwischen 5 und 8 Euro); zusätzlich überzeugen die Weine aber schon so sehr im Geschmack, dass sie mit ihren renommierteren Pendants aus der Wachau locker mithalten können. Das gilt natürlich besonders für die gehaltvolleren Grünen Veltliner aus der DAC Reserve-Kategorie.
Im Rahmen des Grünen Veltliner Specials bei Topf und Deckel haben wir auch heuer wieder die Weinviertel DAC Jahrgangspräsentation in der Hofburg besucht. Das enorme Publikumsinteresse vor Ort zeigte einmal mehr, dass Wein in Österreich - und besonders Grüner Veltliner – enorm gefragt ist. Wir warfen uns ebenfalls ins Getümmel und stellen Euch unsere ganz persönlichen Top 5 vor:
Pinot Noir Wineclass | Herr Kocht und seine Primadonnen
Willi Balanjuk, Österreichs Wein-Experte Nr. 1, stellt sich gerne so vor: “Ich dachte nie, dass meine Frau mal mehr arbeiten würde als ich selbst – aber so ist es. Meine Frau ist nämlich die ‘Kim Kocht’” (Anmerkung: Kim Sohyi von Kim kocht). Herr und Frau Kocht betreiben seit kurzem auch ein Sparkling Center am Naschmarkt – nur einen Steinwurf von Kims Shop & Studio entfernt. Neben der Vielfalt des Schaumweins, kann man dort auch die restliche Weinwelt – im Rahmen von launigen Verkostungen und praxisorientierten Ausbildungsprogrammen – näher kennenlernen. Diesmal stand Pinot Noir, die Primadonna der Rotweinsorten auf dem Programm. Von der kapriziösen Rebsorte wurden gleich 17 Tropfen aus Österreich, Deutschland, Frankreich und Neuseeland verkostet – am Ende dieses Blogposts verraten wir unsere 3 Favoriten:
SALON 2012 | Top 10 aus 260
Bereits zum 25. Mal fand heuer der SALON Österreich Wein statt – der laut Eigenangaben härteste Wein-Wettbewerb des Landes. Aus 7000 Einreichungen wurden in 16 Kategorien 260 SALON-Weine auserwählt und danach 15 SALON-Sieger gekürt (einer pro Kategorie mit der Ausnahme von Rosé).
Wir waren beim Start der SALON-Tournee im Casino Baden dabei, und haben uns an einem heißen Sommerabend quer durch die 260 SALON-Weine gekostet. Etwa 40 Weinproben haben wir geschafft, hier präsentieren wir Euch unsere ganz persönlichen Top 10.

F.X. Pichler Grüner Veltliner Smaragd 2008 | Blindverkostung mit Startvorteil
Blindverkostung bei einem guten Freund: Schon das Leuchten in den Augen des Gastgebers verratet mir – da bekomme ich jetzt einen Kapazunder ins Glas. Ausgestattet mit diesem Startvorteil fällt mir die Weinbeschreibung recht leicht.
Die mittlere grüngelbe Farbe bestätigt meinen Verdacht auf einen etwas gehaltvolleren Wein. Welschriesling, Gelber Muskateller und andere Leichtgewichte werden sofort ausgeschieden.
Beim Duft ins Glas wird dann vieles klar. Kräftiger Duft nach Steinobst und Honig – das muss ein Smaragd aus der Wachau sein (beim Federspiel hätten die Augen des Gastgebers nicht so geleuchtet) – die Frage bleibt nur: Grüner Veltliner oder Riesling?
Ein kräftiger Schluck beantwortet mir diese Frage nicht, offenbart aber die volle schmelzige Struktur des Smaragds, der dennoch schön fruchtig und fast spritzig schmeckt, und mit einer interessanten Säure ausgestattet ist. Ein gehaltvoller Wein, der trotz 13,5 % Alkohol, Spaß macht zu trinken. 30 Minuten später haben wir zu Zweit die Bouteille geleert, der mineralische Tropfen mit rauchiger Würze hallt aber noch lange nach.
“GV oder Riesling?” frage ich beim Gehen. – “Veltliner“, die knappe Anwort. “Hätte ich es doch gesagt“, denke ich mir – “ich habs gewusst!“. Jaja, wahrscheinlich…
F.X. Pichler | Grüner Veltliner Smaragd Urgestein Terrassen, 2008
www.fx-pichler.at
Weinviertel DAC Präsentation | Guten Morgen Herr Bundespräsident
Die Präsentation der Weinviertel DAC Weine (sprich: Grüne Veltliner aus dem Weinviertel mit dem typischen “Pfefferl”) fand schon zum wiederholten Male im edlen Ambiente der Wiener Hofburg statt. Da er dort ja wohnt, darf es einem ja eigentlich nicht wundern, dass man ihn dort wirklich antrifft. Überrascht waren wir dann aber trotzdem, als wir unseren Herrn Bundespräsidenten Fischer in der Hofburg mit einem Achterl Wein begegneten. “Guten Morgen” prosteten wir artig dem Staatsoberhaupt zu, um uns gleich darauf wieder auf unsere Arbeit zu konzentrieren. 10 Weingüter nahmen wir unter die Lupe, folgende bekommen von uns das Prädikat “besonders wertvoll”:
Weingut Geschweicher | www.gschweicher.at
Weingut R&A Pfaffl | www.pfaffl.at
Weingut Schwarzböck | www.schwarzboeck.at
Weingut Zull | www.zull.at
Weinviertel DAC
www.weinvierteldac.at
Weinakademie Basisseminar | Ich bin ein Blaufränkisch
Auf wohl keinem Gebiet gibt es so viele Leute mit (gefährlichem) Halb- bzw. Nichtwissen wie beim Thema Wein. Wir sind (waren?) da keine Ausnahme. Fundierte Kenntnisse gehörten her – und so besuchten wir das Basisseminar der Weinakademie Österreich, das in den modernen Seminarräumen des Freiguts Thallern im Stift Heiligenkreuz stattfand. Eine Investition in die Zukunft!
Weinakademikerin und Weinflüsterer Elisabeth Eder (www.weinfluesterer.at) führte uns zwei anstrengende aber unterhaltsame Tage lang in den Themenkomplex Wein aus Österreich ein. Bei der Vorstellungsrunde musste sich jeder Seminarteilnahmer anhand einer Rebsorte beschreiben. “Ich bin ein Blaufränkisch” fiel mir spontan ein: “vielseitig, manchmal leicht und fruchtig, ab und zu aber auch schwer und komplex”. Tini beschrieb sich als “Welschriesling – frisch und knackig”. Seminar-Schwerpunkt lag im Verkostungstraining, schon am ersten Tag wurden zehn Weiß- und sechs Rotweine verkostet. Dazwischen gabs ein bisschen Theorie, die aber schon zuvor per 120 Seiten-Skript erlernt werden musste.
Das erlernte Praxis- und Theoriewissen wurde am Seminarende in einer Abschlussprüfung auf die Probe gestellt. In der eineinhalb (!!!) Stunden dauernden Prüfung mussten zwei Weiß- und zwei Rotweine beschrieben, sowie 25 Multiple Choice und 5 freie Fragen beantwortet werden. Achtung: wer vorher das Skript nicht studiert, wird beim Theorieteil fast keine Chance haben. Wir haben brav gelernt und schafften die Prüfung jeweils mit Auszeichnung (das Prüfungsergebnis erhielten wir zwei Wochen nach dem Seminar).
Das Basisseminar kann jedem ans Herz gelegt werden, der sich etwas mehr für Wein interessiert. Das Seminar ist kurzweilig, unterhaltsam (großes Lob nochmals an Elisabeth Eder) und sehr lehrreich. Das Freigut Thallern bot zudem den perfekten Rahmen. Folgende Weine fielen uns bei den Weinproben besonders auf:
Chardonnay Siebenmahd 2010 | Neusiedlersee
Weingut Steindorfer | www.weingut-steindorfer.at
Blaufränkisch Goldberg 2009 | Mittelburgenland
Weingut J. Heinrich | www.weingut-heinrich.at
Pinot Noir Graf Weingartl 2008 | Thermenregion
Weingut Heinrich Hartl III | www.weingut-hartl.at
Weinakemie Österreich
www.weinakademie.at
Osteria di Passignano | Toskanische Küche, gar nicht traditionell
Mitten in der Chianti-Classico Region, unweit von Greve liegt das kleine Örtchen Badia di Passignano. Malerisch eingebettet in den sanften toskanischen Hügeln, erhebt sich dort ein altes Kloster, das heute sowohl ein Weingut der Marchesi Antinori, als auch ein junges Sternerestaurant beherbegt: die Osteria di Passignano.
Die Osteria hat sich der toskanischen Küche verschrieben und kocht kompromisslos regional und saisonal. Traditionell geht es aber in der Osteria nie zu. Und das ist gut so. Wir haben beide Tasting Menüs (siehe Bild oben) ausprobiert und waren hin und weg von den kraftvollen Geschmäckern und ungewöhnlichen Zutaten-Varianten. Die Grenzen zwischen Vorspeisen und Nachspeisen verschwimmen – das Involtini vom Hasenfilet mit Leber wird mit weißer Schokolade gereicht, dafür wird das Schokoladen-Soufflé mit Olivenöl und Chili-Kompott serviert. Bei den Hauptspeisen muss die Taube extra gelobt werden, die besonders saftig und aromatisch daherkam.
Die Osteria gehört dem Antinori-Weingut, und so ist es Ehrensache dass die Weinbegleitung ausschließlich aus Tropfen vom wohl bekanntesten toskanischen Weingut besteht. Es könnte was Schlimmeres passieren: egal ob Weiß (Bolgheri Vermentino 2010) oder Rot (Chianti Riseva 2007), die Weine sind perfekt mit dem Essen abgestimmt und werden von der britischen Sommelière mit viel Begeisterung und Wissen eingeschenkt. Geizig zeigt man sich dabei auch nicht, so wird z.B. auch der kultige Super Tuscan – der Tignanello – großzügig ausgeschenkt. Super Tuscan steht dabei für supergut und superteuer!

Sehr Empfehlenswert | Preis/Leistung: ok
Osteria di Passignano
Via Passignano, 33
Loc. Badia a Passignano
50028 Tavarnelle Val di Pesa (FI)
www.osteriadipassignano.com



